Anzeige
Anzeige
Anzeige
Lesedauer 3 Min.

OpenAI-Mitgründer will mit Augen-Scans KI-Fakes stoppen

Mit OpenAI hat Mitgründer Sam Altman die Tür zu Künstlicher Intelligenz aufgestossen, die Menschen imitieren kann. Mit dem Identifikations-Projekt World will er nun dafür sorgen, dass online echte Personen von Software-Kopien unterschieden werden können.
Sam Altman
© (Quelle: Twitter)

Die Menschen sollen dafür ein Profil - «World ID» - mit einem Augen-Scan anlegen. Das kann man nur an den kugelrunden Scanner von World mit dem Namen Orb machen.

Unter anderem will World das Problem sogenannter Deepfake-Videos anpacken, bei denen mit Hilfe von KI-Software täuschend echt aussehende gefälschte Aufnahmen echter Personen erzeugt werden. Eine der grossen Sorgen aktuell ist, dass Betrüger versuchen, in Unternehmen Mitarbeiter zu Geldtransfers zu verleiten, indem sie eine Videoschalte mit dem angeblichen Chef inszenieren.

Fake-Videos dank Scans erkennen

Die Lösung von World mit dem Namen «Deep Face» ist, die Videos mit den Aufnahmen abzugleichen, die beim Einscannen der Augen gemacht werden. Dabei will die Firma eine eigene Kamera-Schnittstelle auf den Geräten der Nutzer anbieten, sodass eine Kooperation der Tech-Plattformen nicht erforderlich sein wird.

Die Software werde mit viel genutzten Video-Apps wie WhatsApp, Zoom, Microsofts Teams der Apples Facetime kompatibel sein, kündigte World an. Allerdings funktioniert die Erkennung entsprechend nur für Personen, die sich bei World haben erfassen lassen.

Datenschutz-Bedenken

World startete ursprünglich als ein Projekt mit Krypto-Währungselementen unter dem Namen Worldcoin. Der kürzere Name und eine neue Version der Orb-Scanner wurden am Donnerstag bei einem Event in San Francisco vorgestellt.

In mehreren Ländern gab es Datenschutz-Bedenken gegen die ursprünglichen technischen Lösungen von Worldcoin. So wurde die Einführung in Spanien nach Einwänden der Datenschützer gestoppt.

In der argentinischen Hauptstadt Buenos Aires liess sich laut World dagegen rund ein Drittel der Bevölkerung die Augen scannen. In Lissabon habe jeder siebte Einwohner ein Profil.

Das Unternehmen betont, dass auf den Orbs selbst keine Daten gespeichert werden, sondern sie direkt auf die Geräte der Nutzer gehen. World setzt dabei auf Blockchain-Technologie, wie sie etwa bei Digital-Währungen zum Einsatz kommt.

Die Datensätze werden dabei aufgespalten und die Teile an unterschiedlichen Stellen gelagert. Das soll das System sicher gegen Datendiebstahl machen.

Kein Ersatz für Ausweisdokumente

Altman betonte, die neue Ära Künstlicher Intelligenz mache es besonders wichtig, feststellen zu können, dass jemand tatsächlich ein Mensch sei. Die aktuelle Infrastruktur sei dafür nicht geeignet.

World wolle dabei auch mit Regierungen kooperieren, sagte der aus Deutschland stammende Mitgründer Alex Blania. Dabei wolle man keineswegs nationale Ausweisdokumente ersetzen, versicherte er.

World wolle den Regierungen zusätzlich die Technologie des Projekts zur Identifikation im Netz anbieten, bei der man nur einen Teil der ID-Daten brauche. Wenn es dafür ein weltumspannendes Protokoll gäbe, wäre das ein grosser Vorteil, sagte Blania.

1000 Mal mehr Orbs

World betonte bei der Vorstellung des leistungsstärkeren Orb-Modells auch, man werde für die Wachstumspläne 1000 Mal mehr Geräte brauchen. Bisher gibt es Standorte, in denen man sich scannen lassen kann.

Künftig werde es unter anderem in Lateinamerika auch möglich sei, sich einen Orb nach Hause kommen zu lassen. Wie genau das Geschäftsmodell von Orb auf Dauer aussehen soll, blieb auch nach dem Event unklar.

Datenschutz Künstliche Intelligenz (KI)
Anzeige

Neueste Beiträge

Gemini ganz clever - so geht es - KI-Tipps
Das Imperium schlägt zurück: Die Antwort von Google auf den Erfolg von ChatGPT & Co. nennt sich Gemini. Wir zeigen Ihnen, was das KI-Tool kann, wo seine Grenzen liegen und wie Sie es effektiv einsetzen.
5 Minuten
26. Aug 2026
ICT-Löhne stagnieren - Spezialisten bleiben gefragt - ICT-Salärstudie 2026
Der Schweizer ICT-Arbeitsmarkt tritt bei den Löhnen weitgehend auf der Stelle. Der Gesamtmedian steigt 2026 nur noch um 0,2 Prozent. Deutlich besser entwickeln sich die Saläre hoch spezialisierter Fachkräfte. Besonders gefragt sind Kompetenzen rund um KI, Cloud, Cybersecurity und Daten.
4 Minuten
Philippe Trütsch wird neuer CEO von localsearch
Der Verwaltungsrat von localsearch (Swisscom Directories AG) hat Philippe Trütsch zum neuen Chief Executive Officer (CEO) ernannt. Er übernimmt die Leitung des Unternehmens per 1. Oktober 2026.
2 Minuten
26. Aug 2026

Das könnte Sie auch interessieren

Die Diskette wird 50 Jahre alt - Geschichte
Die Diskette feiert dieser Tage den 50. Geburtstag und dokumentiert eindrücklich die Miniaturisierung. Denn auf einem heutigen MicroSD-Kärtchen hat die Datenmenge von 4,5 Millionen der ersten 8-Zoll-Floppys Platz.
3 Minuten
27. Sep 2021
Schweizer Funk-Uhren haben deutsche Zeit - Zeitumstellung
Am Sonntag beginnt die Sommerzeit. Um 02.00 Uhr werden alle Uhren auf 03.00 Uhr eine Stunde vorgestellt. Viele Uhren erledigen dies automatisch. Aber wie eigentlich? Und sollte die Zeitumstellung nicht schon längst abgeschafft werden?
3 Minuten
27. Mär 2024
Smartphones: Google zeigt die Pixel-11-Serie mit vier Modellen
Mit einigen Verbesserungen und höheren Preisen schickt Google seine neue Smartphone-Generation ins Rennen: Während das Basismodell Pixel 11 und die besser ausgestatteten Pixel 11 Pro und Pro XL die klassische Bauweise haben, kommt mit dem Pixel 11 Pro Fold auch wieder ein Modell mit Falt-Display.
4 Minuten
13. Aug 2026
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige