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Lesedauer 4 Min.

Obere Raketenstufe von Starship-Rakete explodiert über dem Atlantik

Der Testflug der Mega-Rakete Starship vom Donnerstag ist nicht nach Plan verlaufen. Dem US-Raumfahrtunternehmen SpaceX gelang zwar erneut das Wiederauffangen der unteren Raketenstufe, die obere jedoch explodierte über dem Atlantik.
© (Quelle: Musk - X)

Erst verlor das SpaceX-Team den Kontakt zur oberen Raketenstufe, später bestätigte das Unternehmen, dass es zu einer» schnellen ausserplanmässigen Demontage» gekommen war - ein Euphemismus des Unternehmens für eine Explosion. Die Ursache sei offenbar ein «Sauerstoff-/Treibstoffleck» gewesen, schrieb Tech-Milliardär Elon Musk auf X. SpaceX werde Gegenmassnahmen ergreifen.

Die Mega-Rakete Starship von Tech-Milliardär Elon Musks Unternehmen war um 16.37 Uhr (Ortszeit, 23.37 Uhr MEZ) zu einem Testflug vom Weltraumbahnhof Starbase im südtexanischen Boca Chica abgehoben.

Wie aus der Videoübertragung hervorging, verlangsamte die untere Stufe mit dem Namen Super Heavy etwa sieben Minuten nach Start ihren Flug, dann glitt sie zurück zur Abschussrampe und wurde von mechanischen Armen am Startturm aufgefangen. Das Wiederauffangen war SpaceX bisher nur ein Mal, beim Testflug im Oktober, gelungen und sorgte für Applaus und Jubel beim Team am Boden.

Doch der Triumph war von kurzer Dauer: Kurz nach dem Wiederauffangen der Antriebsstufe bestätigten die Sprecher einer Live-Übertragung im Internet, dass die obere Stufe aufgrund einer Antriebsanomalie verloren gegangen sei.

Flugzeuge ändern Kurs

«Die Teams werden die Daten aus dem heutigen Flug weiter auswerten, um die Ursache besser zu verstehen», teilte das von Musk gegründete Raumfahrtunternehmen SpaceX auf der ebenfalls dem Tech-Milliardär gehörenden Plattform X mit. «Bei so einem Test liegt der Erfolg darin, was wir lernen, und der heutige Flug wird uns dabei helfen, die Zuverlässigkeit des «Starship» zu verbessern.»

Die Flugverfolgungswebsite Flight Aware zeigte mehrere Flugzeuge über dem Atlantik, die nahe den Turks- und Caicosinseln ihren Kurs änderten. «Erfolg ist ungewiss, aber Unterhaltung ist garantiert», schrieb Musk bei X und teilte dazu eines der Videos.

Die US-Luftfahrtbehörde FAA erklärte, sie sei sich der beim Testflug der Starship aufgetretenen «Anomalie» bewusst. Sie «prüft den Vorgang und wird eine aktualisierte Erklärung abgeben», hiess es.

Vision einer wiederverwendbaren Rakete

SpaceX verfolgt mit Starship das Ziel, eine vollständig wiederverwendbare und damit kostengünstigere Rakete für künftige Raumfahrtmissionen zu bauen.

Starship besteht aus dem etwa 70 Meter langen Booster «Super Heavy» und der ebenfalls «Starship» genannten oberen Stufe, die rund 50 Meter misst - insgesamt ist das System grösser als die Freiheitsstatue. Beide Teile, sowohl der Booster als auch das Raumschiff, sind so konzipiert, dass sie nach der Rückkehr zur Erde wiederverwendet werden können. Die US-Raumfahrtbehörde Nasa will mit dem Starship Astronauten zum Mond schicken, während SpaceX das Ziel verfolgt, eines Tages den Mars zu erreichen.

Konkurrenz startet auch ins All

Ähnlich wie SpaceX will auch das Unternehmen Blue Origin des Amazon-Gründers Jeff Bezos Nutzlasten wie etwa Satelliten für zahlreiche Kunden ins All bringen. Dessen neue Rakete «New Glenn» startete am Donnerstag zu ihrem ersten Testflug ins All. Sie erreichte die geplante Erdumlaufbahn. Die Rückkehr der wiederverwendbaren Antriebsstufe zur Erde klappte im ersten Anlauf allerdings nicht.

Musk gratulierte Bezos nach dem Testflug dazu, «die Erdumlaufbahn beim ersten Versuch erreicht» zu haben. Die neue Orbitalrakete von Blue Origin verschärft die Rivalität zwischen Musk, dem reichsten Menschen der Welt, und Bezos, dem zweitreichsten. Bisher wird die kommerzielle Raumfahrt von Musks Firma SpaceX dominiert: Sowohl kommerzielle Satellitenbetreiber als auch das Pentagon und die US-Raumfahrtbehörde Nasa nutzen die Falcon-9- und Falcon-Heavy-Raketen von SpaceX, um Astronauten zur Internationalen Raumstation ISS oder Satelliten ins All zu bringen.

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