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Lesedauer 3 Min.

Warum KI Chance ist – nicht Bedrohung

Künstliche Intelligenz (KI) fasziniert – und verunsichert. Das Problem ist selten die Technologie, sondern der Umgang damit. Richtig eingesetzt stärkt KI Resilienz und Wettbewerbsvorteile. Die Regeln bleiben gleich, aber das Tempo steigt.
© Mostafa Hassanin verantwortet als Group CISO/CSO die Cybersicherheit der SMG Swiss Marketplace Group 

KI ist in der Informationssicherheit nicht neu: Seit Jahrzehnten nutzen Security-Teams Machine Learning und statistische Modelle – ein früher Meilenstein war 1998 das DARPA-Dataset. Die Systeme sind reifer geworden, doch die Ergebnisse bleiben probabilistisch. Generative KI verändert vor allem Schnittstelle und Dynamik, nicht die Grundlagen. Sprachmodelle verarbeiten Text – und Security besteht zu grossen Teilen aus Text: Konfigurationen, Logs, Code. Auf Online-Plattformen kommen zahlreiche zusätzliche textbasierte Signale hinzu, etwa aus Logins, Registrierungen, Angeboten und der Kommunikation zwischen Nutzer:innen. Da sich nahezu alles Digitale binär abbilden lässt, können wir Systeme in natürlicher Sprache befragen, Daten analysieren, Code prüfen und Abläufe automatisieren. Damit sinken die Hürden – für Verteidiger ebenso wie für Angreifer, denn auch Social Engineering, Phishing und Malware sind textbasiert und lassen sich mit KI automatisieren. Selten entstehen völlig neue Angriffskategorien; verändert haben sich vor allem Tempo, Skalierung und Glaubwürdigkeit. Das zeigt sich in automatisierten Phishing-Kampagnen, Deepfakes, KI-unterstützten Exploits oder Datenabflüssen über KI-Dienste.

Security als Wettbewerbsfaktor

Informationssicherheit bleibt ein Wettrüsten – zunehmend KI gegen KI. Defensiv hilft KI, Anomalien zu erkennen, Signale zu korrelieren, Reaktionen zu automatisieren, Angriffe zu simulieren, Code zu auditieren und Kontrollen skalierbar zu testen. Wer KI nicht nutzt, verliert Effizienz und damit Wettbewerbsfähigkeit.

Security wird damit zum Business-Enabler. Richtig umgesetzt stärkt sie Vertrauen, verkürzt Reaktionszeiten, senkt Kosten durch Automatisierung und erhöht die Resilienz. Digitale Plattformen profitieren besonders, weil Sicherheit dort in grossem Massstab wirken muss, etwa wenn täglich tausende Inhalte und Accounts risikobasiert geprüft werden. So bleibt Expert:innen mehr Zeit für Entscheidungen statt für Routineaufgaben.

«Nicht KI ist die Bedrohung, sondern die Untätigkeit. Der Vorsprung gehört denen, die schnell lernen.»

Mostafa Hassanin
Daten machen den Unterschied

Die Grundprinzipien bleiben: Risikobeurteilung, Defense in Depth, kontinuierliche Verbesserung. KI beseitigt Unsicherheit nicht, macht Modelle aber adaptiver und kontextsensitiver: Kontext rein, neuer Inhalt raus. Sicherheit bedeutet, Risiken unter unvollständiger Information zu managen. Den Unterschied macht dabei selten das Modell, denn Basismodelle sind breit verfügbar. Organisationen unterscheiden sich durch Umgebung, Prozesse und Daten. Darin liegt der eigentliche Vorteil – nicht im Tool, sondern darin, wie es trainiert, gesteuert und integriert wird.

Der Weg nach vorn

Nullrisiko bleibt ein Mythos – auch mit KI. Ent­scheidend ist die bewusste Einführung mit Fokus auf Fähigkeiten, Governance und Datenqualität. Gut vorbereitete Organisationen verlieren bei An­griffen weniger Zeit und Daten, bewahren mehr ­Vertrauen und erholen sich schneller. KI verstärkt ­somit, was vorhanden ist. Der Vorsprung gehört denen, die schnell lernen, denn nicht KI ist die Bedrohung, sondern Untätigkeit.

Der Autor

Mostafa Hassanin verantwortet als Group CISO/CSO die Cybersicherheit der SMG Swiss Marketplace Group – einem wegweisenden Netzwerk von Online-Marktplätzen in den Bereichen Real Estate, Automotive, General Marketplaces sowie Finance & Insurance. Hassanin verfügt über mehr als 14 Jahre Erfahrung in der Cybersicherheit in diversen Branchen und ist zusätzlich als Dozent tätig. 

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