Anzeige
Anzeige
Anzeige
Lesedauer 3 Min.

Zu viel Licht: Astronomen sorgen sich um Teleskope in Chile

In unmittelbarer Nähe des Paranal-Observatoriums in der chilenischen Atacama-Wüste ist eine Industrieanlage geplant. Sie könnte die Arbeit der Wissenschaftler mit den leistungsstarken Teleskopen schwer beeinträchtigen.
© (Quelle: Gabriel Pérez Díaz, IAC)

Das Mega-Industrieprojekt Inna würde die Lichtverschmutzung über dem Very Large Telescope um mindestens 35 Prozent und über dem südlichen Standort des Cherenkov Telescope Array Observatory um mehr als 50 Prozent erhöhen, teilte die Europäische Südsternwarte (ESO) nach Auswertung einer technischen Analyse mit. Von der Anlage ausgehende Luftturbulenzen und Vibrationen könnten zudem die Funktion mehrerer astronomischer Einrichtungen wie des sich noch im Bau befindenden Extremely Large Telescope verschlechtern.

«Lichtverschmutzung raubt gemeinsamen Blick auf Universum»

«Mit einem helleren Himmel schränken wir unsere Möglichkeiten, erdähnliche Exoplaneten direkt aufzuspüren, schwache Galaxien zu beobachten und sogar Asteroiden zu überwachen, die unserem Planeten Schaden zufügen könnten, stark ein», sagt der ESO-Vertreter in Chile, Itziar de Gregorio-Monsalvo. «Wir bauen die grössten und leistungsstärksten Teleskope am besten Ort der Erde für die Astronomie, damit Astronomen weltweit sehen können, was noch niemand zuvor gesehen hat. Lichtverschmutzung durch Projekte wie Inna behindert nicht nur die Forschung, sondern raubt uns den gemeinsamen Blick auf das Universum.»

ESO fordert mehr Abstand

In der geplanten Industrieanlage Inna soll grüner Wasserstoff und grünes Ammoniak produziert werden. Die ESO geht davon aus, dass der US-Energieversorger AES in dem Komplex mindestens 1000 Lichtquellen installieren wird. «Die ESO und ihre Mitgliedstaaten unterstützen die Dekarbonisierung der Energieversorgung voll und ganz. Wir sind der Meinung, dass Chile sich nicht zwischen dem Bau der leistungsstärksten astronomischen Observatorien und der Entwicklung grüner Energieprojekte entscheiden muss. Beides sind erklärte strategische Prioritäten des Landes und lassen sich vollständig miteinander vereinbaren - wenn die verschiedenen Einrichtungen in ausreichender Entfernung voneinander liegen», sagte ESO-Generaldirektor Xavier Barcons.

Wissenschaft Forschung
Anzeige

Neueste Beiträge

Mittelklasse: Nothing zeigt das Phone (4b)
Beim neuen Phone (4b) setzt Nothing auf ein attraktives Preis-Leistungsverhältnis. Das Design der Rückseite ist weniger extravagant als bei anderen Modellen des Herstellers, hat aber zumindest wieder ein ungewöhnliches Element.
2 Minuten
9. Jul 2026
Bitkom: Deutsche Digitalwirtschaft zeigt sich weiter stabil
Laut dem Bitkom soll der deutsche Markt für IT und Telekommunikation auch 2026 weiter wachsen. Einen Boom gibt es im Segment der Cloud-Software und bei KI-Plattformen, während der TK-Bereich deutlich weniger zulegt, doch zumindest Zeichen der Erholung aufweist.
3 Minuten
9. Jul 2026
Anpassung der Energieetikette für Neuwagen ab 1. Januar 2027
Das Eidgenössische Departement für Umwelt, Verkehr, Energie und Kommunikation (UVEK) hat die Grundlagendaten der Energieetikette für Personenwagen aktualisiert.
3 Minuten

Das könnte Sie auch interessieren

Schweizer Funk-Uhren haben deutsche Zeit - Zeitumstellung
Am Sonntag beginnt die Sommerzeit. Um 02.00 Uhr werden alle Uhren auf 03.00 Uhr eine Stunde vorgestellt. Viele Uhren erledigen dies automatisch. Aber wie eigentlich? Und sollte die Zeitumstellung nicht schon längst abgeschafft werden?
3 Minuten
27. Mär 2024
Digitalisierung senkt Zahl fehlgeleiteter Gepäckstücke
Trotz steigender Passagierzahlen hat die Luftfahrtbranche im Jahr 2025 ihre grössten Fortschritte seit der Pandemie erzielt: Die Zahl falsch abgefertigter Gepäckstücke sank um 23 %.
4 Minuten
Davos wird zur ersten Robot City Europas
Mehr als 50 Roboter aus Europa, China und den USA arbeiten derzeit mitten in Davos. Der erste Davos Tech Summit zeigt damit erstmals Robotik-Anwendungen im öffentlichen Raum. Fachleute diskutieren zudem über Physical AI, Cybersecurity und Europas Rolle in der Robotik.
2 Minuten
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige