Anzeige
Anzeige
Anzeige
Lesedauer 3 Min.

Riesen-Teilchenbeschleuniger in Genf ist laut dem Cern realistisch

Das Cern ist von der Machbarkeit eines neuen, riesigen Teilchenbeschleunigers überzeugt. Das Forschungszentrum würde damit über das aussergewöhnlichste Instrument verfügen, das die Menschheit je gebaut habe, sagte Cern-Direktorin Fabiola Gianotti vor den Medien.
© (Quelle: SDA)

Das europäische Kernforschungszentrum in Genf präsentierte am Dienstag die Ergebnisse der Machbarkeitsstudie für den Teilchenbeschleuniger mit dem Namen Future Circular Collidor (FCC). «Es ist sehr wichtig, trotz geopolitischer Konflikte in die Wissenschaft zu investieren», sagte Generaldirektorin Gianotti weiter. Kein anderes Instrument sei geeignet, um das 2012 entdeckte Higgs-Boson zu untersuchen, fügte sie hinzu.

Die über 1200 Seiten schwere Machbarkeitsstudie zeige ein solides Szenario für das Projekt auf, hiess es von den Verantwortlichen. Nun sollen unabhängige Gremien den Bericht prüfen. Eine endgültige Entscheidung darüber, ob die Anlage wirklich gebaut wird, dürfte erst im Jahr 2028 fallen.

Stellt bisherigen Beschleuniger in den Schatten

Der FCC soll in der Mitte der 2040er-Jahre den Large Hadron Collider (LHC), den bisherigen Teilchenbeschleuniger in Genf, ablösen. Er würde den LHC, den aktuell stärksten Teilchenbeschleuniger der Welt, in den Schatten stellen. In der Machbarkeitsstudie ist laut dem Cern ein 90,7 Kilometer langer, kreisförmiger Beschleuniger als beste Möglichkeit für das Projekt auserkoren worden. Damit wäre der FCC mehr als dreimal so gross wie der LHC.

Der Tunnel für die Maschine soll zwischen Genf und dem benachbarten Frankreich in einer durchschnittlichen Tiefe von 200 Metern installiert werden.

Zwei Ausbaustufen

Im Innern des riesigen Tunnels sollen schlussendlich Teilchen beschleunigt werden, bis sie mit einer siebenfach höheren Kollisionsenergie als beim LHC ineinander prallen. In der Forschung wird dieser Typ eines Teilchenbeschleunigers als Proton-Proton-Kollisionsbeschleuniger bezeichnet.

Zunächst sieht die Machbarkeitsstudie aber in einer ersten Ausbaustufe einen sogenannten Elektron-Positron-Kollisionsbeschleuniger vor. Dieser soll unter anderem als «Higgs-Fabrik» dienen, also die Produktion von Higgs-Bosonen maximieren, um deren Eigenschaften genauer zu untersuchen.

Hoher Stromverbrauch wird kritisiert

Gegnerinnen und Gegner kritisieren derweil den hohen Energieverbrauch des geplanten Teilchenbeschleunigers. Der endgültiger Energieverbrauch des Teilchenbeschleunigers könnte dem einer Stadt mit 700'000 Einwohnern entsprechen, betonte Philippe de Rougemont, Mitbegründer der Nichtregierungsorganisation Noé21 gegenüber der Nachrichtenagentur Keystone-SDA. Damit wäre der Stromverbrauch höher als jener des gesamten Kantons Genf mit seinen 500'000 Einwohnern.

Zudem würde das Ausheben des 90 Kilometer langen Tunnels gemäss de Rougemont eine riesige Menge an Gestein erzeugen, die irgendwo gelagert werden müssten.

Forschung Wissenschaft
Anzeige

Neueste Beiträge

Bitkom: Deutsche Digitalwirtschaft zeigt sich weiter stabil
Laut dem Bitkom soll der deutsche Markt für IT und Telekommunikation auch 2026 weiter wachsen. Einen Boom gibt es im Segment der Cloud-Software und bei KI-Plattformen, während der TK-Bereich deutlich weniger zulegt, doch zumindest Zeichen der Erholung aufweist.
3 Minuten
9. Jul 2026
ICT-Fachmesse CONNECT von Brack.Alltron erscheint in neuem Gewand
Unter dem Motto «Unboxing Tomorrow» möchte die Handelsgruppe Brack.Alltron die ICT-Themen von morgen präsentieren. 
3 Minuten
10. Jul 2026
Anpassung der Energieetikette für Neuwagen ab 1. Januar 2027
Das Eidgenössische Departement für Umwelt, Verkehr, Energie und Kommunikation (UVEK) hat die Grundlagendaten der Energieetikette für Personenwagen aktualisiert.
3 Minuten

Das könnte Sie auch interessieren

Schweizer Funk-Uhren haben deutsche Zeit - Zeitumstellung
Am Sonntag beginnt die Sommerzeit. Um 02.00 Uhr werden alle Uhren auf 03.00 Uhr eine Stunde vorgestellt. Viele Uhren erledigen dies automatisch. Aber wie eigentlich? Und sollte die Zeitumstellung nicht schon längst abgeschafft werden?
3 Minuten
27. Mär 2024
Digitalisierung senkt Zahl fehlgeleiteter Gepäckstücke
Trotz steigender Passagierzahlen hat die Luftfahrtbranche im Jahr 2025 ihre grössten Fortschritte seit der Pandemie erzielt: Die Zahl falsch abgefertigter Gepäckstücke sank um 23 %.
4 Minuten
Davos wird zur ersten Robot City Europas
Mehr als 50 Roboter aus Europa, China und den USA arbeiten derzeit mitten in Davos. Der erste Davos Tech Summit zeigt damit erstmals Robotik-Anwendungen im öffentlichen Raum. Fachleute diskutieren zudem über Physical AI, Cybersecurity und Europas Rolle in der Robotik.
2 Minuten
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige