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Lesedauer 4 Min.

Im Test - Jabra Evolve3 85

Kommt ein Headset den ganzen Arbeitstag im Büro für Telefonate und Meetings zum Einsatz, zählen primär zwei Dinge: Sprachqualität und Tragekomfort. Das Jabra Evolve3 85 will bei beidem punkten.
© Jabra

Hörer weg, Headset auf: Microsoft Teams, Zoom und Google Meet haben die Arbeitswelt massiv verändert. In vielen Büros ist das klassische Telefon vom Schreibtisch verschwunden. Stattdessen wird via Headset direkt am PC palavert.

Weil das ständige Aufsetzen, Absetzen, Ein- und Ausschalten im Alltag zu mühsam ist, bleibt der Kopfhörer gleich den ganzen Tag auf dem Kopf. Entsprechend wichtig ist ein hoher Tragekomfort – auch bei heissen Sommertemperaturen. Genauso zentral ist die Sprachqualität, schliesslich möchte man nicht ständig beim Gegenüber nachfragen müssen. In Grossraumbüros kommen erschwerend störende Nebengeräusche hinzu: Mikrofon und Kopfhörer müssen diese effizient ausblenden. Und zu guter Letzt ist bei digitalen Sitzungen ein leicht erreichbarer Mute-Knopf Pflicht.

Unser Test verrät, wie gut das Jabra Evolve3 85 all diese Pflichtübungen meistert und ob es am Ende sogar für die Kür reicht.

Das Jabra Evolve3 85 setzt auf dicke, bequeme Ohrpolster und ist 220 Gramm leicht

© Jabra

Gutes Gesamtpaket

Bei der Ausstattung zeigt sich Jabra spendabel. In der Verpackung sind nebst dem Headset der Link- 390-Bluetooth-Adapter im Wert von ca. 80 Franken, ein stabiles, schlankes Etui, ein USB-C-zu-USB-C-Ladekabel und ein 3,5-mm-Audiokabel enthalten. Je nach Version und Preis gibt es auch eine drahtlose Ladestation dazu.

Auf der Innenseite der Box sind eine Skizze mit der Funktion aller Knöpfe und eine sehr kurze Schnellstartanleitung gedruckt – per QR-Code kommt man zu einem ausführlichen Handbuch. Das braucht es aber nicht. Die einfachste Einrichtungsmethode: Bluetooth-Adapter am PC oder Notebook einstecken, Headset einschalten, schon steht die Verbindung.

Wahlweise ist eine Bluetooth-Verbindung ohne Adapter möglich. Per Adapter ist die Verbindung allerdings stabiler und die Reichweite grösser. Das Koppeln über die integrierte Bluetooth-Funktion von Smartphone und Notebook funktionierte im Test genauso unkompliziert.

Das Jabra Evolve3 85 gibt es gegen Aufpreis auch mit drahtloser Ladestation

© Jabra

Durchwachsener Tragekomfort

Erfreulich: Sowohl Ohrpolster als auch Akku können getauscht werden. Somit ist das Produkt für einen Einsatz über Jahre gemacht. Dabei hilft ebenfalls die robuste Konstruktion. Dicke Bügelpolster und Ohrpolster sorgen für einen bequemen Sitz. Hinzu kommt das leichte Gewicht von 220 Gramm. Der Anpressdruck ist allerdings etwas stark, dadurch spürte ich das Headset nach einiger Zeit dennoch. Hinzu kommt: Die Over-Ear-Konstruktion verursachte im Test bei Hitze warme und schwitzige Ohren. Müsste ich ein Headset den ganzen Tag tragen, würde ich eine On-Ear-Variante bevorzugen, auch wenn sie Aussengeräusche weniger gut abblockt.

Kritisieren könnte man für den Preis von fast 400 Franken zudem die Plastikanmutung des Headsets, diese ist aber wohl dem leichten Gewicht geschuldet.

Das Headset lässt sich kompakt zusammenfalten

© Jabra

Ausgezeichnete Anrufqualität

Sowohl die Over-Ear-Konstruktion als auch die eingebaute aktive Geräuschunterdrückung ermöglichen in Grossraumbüros störungsfreie Gespräche. Allerdings darf man keine absolute Stille wie bei Sony- oder Apple-Kopfhörern erwarten. Die Geräuschunterdrückung erfüllt ihren Zweck, macht aber nicht komplett dicht. So hörte ich etwa das Klackern meiner Tastatur immer noch leicht.

Störgeräusche werden ebenfalls vom Mikrofon herausgefiltert. Das funktioniert einwandfrei. Meine Gesprächspartner bescheinigten dem Headset zudem eine natürliche Sprache, das empfand ich auch vom Gegenüber. Da die Mikrofone integriert sind, ist der einfach erreichbare Stummschalter auf der rechten Ohrmuschel praktisch. So kann man in Sitzungen schnell und unkompliziert das Mikrofon deaktivieren. Die übrigen Steuerelemente sind ebenfalls gut platziert und bieten schnellen Zugang zu allen wichtigen Aktionen.

Ein rotes Licht zeigt auf Wunsch, wenn man im Gespräch ist

© Jabra

Die Smartphone-App ist erst in Englisch verfügbar

© PCtipp

Jabra empfiehlt das Evolve3 85 auch für Musik. Und tatsächlich: Der Klang ist natürlich, warm und überzeugt mit einem guten Bass und schönen Mitten. Die Höhen dürften allerdings etwas präsenter sein. Das Headset ist kein High-End-Kopfhörer für Enthusiasten, aber es kann unterwegs oder im Büro einen Musikkopfhörer gut ersetzen. Per kostenloser Smartphone-App namens Jabra Plus lässt sich der Klang ausserdem via Equalizer anpassen. 

Die Jabra-Plus-App bietet weitere praktische Einstellmöglichkeiten. Sie ist zumindest in der Schweiz aber erst auf Englisch verfügbar. Auch ein Umstellen der Ansagesprache von Englisch auf Deutsch war per App nicht möglich. Dies wird wohl in einer späteren Version der App nachgeholt. Später im Jahr soll zudem eine Desktop-Variante von Jabra Plus erscheinen.

Die angegebene Akkulaufzeit von 21 Stunden für Gespräche und 55 Stunden Musik schien im Test realistisch und reicht somit locker für einen Arbeitstag.

Fazit: praktisches Headset 

Die einfache Einrichtung, die üppige Ausstattung, die durchdachte Steuerung und die Klangqualität machen das Jabra Evolve3 85 zu einem zuverlässigen Begleiter für den Arbeitsalltag. Schade ist, dass die App vorerst nur auf Englisch bereitsteht. Zudem war für mich der Tragekomfort durchwachsen. Hinzu kommt ein sehr hoher Preis, der in Gefilden von High-End-Kopfhörern wildert.

Testergebnis

Gut

  • Ausstattung, Bedienung, Einrichtung, Klangqualität
  • Preis, App nur in Englisch, etwas hoher Anpressdruck

Details: Over-Ear-Headset, 32-mm-Treiber, Frequenzbereich: 20 Hz bis 20 000 Hz, Impedanz: 35 Ohm, 6 Mikrofone, ANC, Codecs: AAC, LC3, SBC, Gesprächszeit: bis zu 21 h mit ANC, Musik: bis zu 55 h mit ANC, USB-C, Bluetooth, 3,5-mm-Klinke, Akku austauschbar, Bluetooth-Adapter, Bluetooth-Multipoint, 220 Gramm

Strassenpreis: ab 369 Franken (ohne Ladegerät)

Gesehen bei: brack.ch

Tests
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