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Berner Informatik-Amt beteiligt sich an Open-Source-Zentrum

Das Informatikamt des Kantons Bern beteiligt sich am Aufbau eines nationalen Zentrums für digitale Souveränität der Berner Fachhochschule. Das Projekt will die Schweiz unabhängiger von grossen IT-Konzernen wie Microsoft machen.
© (Quelle: Wright Studio / shutterstock.com)

Für das Projekt interessieren sich zahlreiche Verwaltungen, Organisationen und Firmen. Wer daran mitwirken will, muss sich sowohl finanziell als auch personell beteiligen. Die Berner Fachhochschule will bei der Schweizerischen Agentur für Innovationsförderung Innosuisse einen Antrag einreichen und sich so finanzielle Unterstützung des Bundes sichern.

Das Amt für Informatik und Organisation (Kaio) setzt sich für Alternativen zu Microsoft-Lösungen ein, «und zwar soweit möglich 'souveräne' Alternativen, also solche, die stärker als heute unter Schweizer Kontrolle stehen». Das schreibt Thomas Fischer, der stellvertretende Kaio-Leiter, auf Anfrage der Nachrichtenagentur Keystone-SDA.

Die Abhängigkeit von ausländischen Technologieunternehmen sei ein Risiko für die Aufgabenerfüllung der Schweizer Gemeinwesen, schreibt Fischer weiter. Aufgrund der aktuellen geopolitischen Entwicklung gerate die regelbasierte Weltordnung immer mehr unter Druck. «Dies ist nun auch im ICT-Bereich spürbar.»

Bedag vergab Auftrag für Microsoft-Backup

Erst Anfang November vergab die Bedag Informatik AG, die dem Kanton Bern gehört, einen Auftrag im Umfang von rund 786'000 Franken für eine Backup-Lösung für die Microsoft-Cloud an ein Berner Unternehmen. Das ist der Beschaffungsplattform Simap zu entnehmen.

Dieser Schritt sei nicht als Abkehr von Microsoft zu verstehen, schreibt Fischer weiter. Es gebe zurzeit für die öffentliche Verwaltung keine angemessene Alternative zur Gesamtlösung von Microsoft.

Die Beschaffung einer Backup-Lösung sei eine Massnahme zur Minimierung von Risiken, so Fischer. «Sie adressiert das Risiko, dass die Microsoft-Cloud von einem Tag auf den anderen für den Kanton nicht mehr verfügbar ist.» Sei dies aus politischen, rechtlichen, wirtschaftlichen oder technischen Gründen.

Fischer stuft ein solches Risiko zwar als sehr gering ein, doch: «Wenn es eintritt, sind die Auswirkungen für die Aufgabenerfüllung des Kantons aber hoch.»

Microsoft-Dienste kosten Bern Millionen

Nach Ansicht des Kaio ist es Sache des Bundes, eine Strategie zu entwickeln «und uns als kantonalen Behörden gegebenenfalls entsprechende Vorgaben zu machen», schreibt der stellvertretende Amtsleiter Fischer weiter.

Die Bundesverwaltung testet derzeit eine Open-Source-Lösung, die bereits einige deutsche Behörden verwenden. Sie evaluiert laut der Projektwebseite, «wie eine Notfall-Büroautomation und die sichere Bearbeitung von sensitiven Informationen» umgesetzt werden kann. Eine komplette Ablösung von Microsoft sieht sie aber nicht vor.

Die Bundeskanzlei entschied erst vor knapp drei Jahren, ihre IT-Infrastruktur in die Microsoft-Cloud zu verlegen. Der Kanton Bern verlängerte Mitte Oktober seine Verträge mit Microsoft um drei Jahre. Kostenpunkt: 27 Millionen Franken.

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