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Oberster Schulleiter fordert Jugendschutz bei sozialen Medien

Der oberste Schulleiter der Schweiz hat in einem Interview mit Tamedia im Umgang mit sozialen Medien einen Jugendschutz gefordert. "Aus meiner Sicht gehören soziale Medien für Minderjährige verboten", sagte Thomas Minder dem Medienhaus.
© (Quelle: Shutterstock / Dizfoto)

Erwachsenen sei es kaum möglich, vernünftig mit den Programmen umzugehen, sagte Minder, Präsident des Verbands Schulleiterinnen und Schulleiter Schweiz (VSLCH), in dem am Montag veröffentlichten Interview. «Wollen wir wirklich, dass Algorithmen entwickelt werden, um die noch nicht ausgereiften Gehirne unserer Kinder in den Bann zu ziehen?», fragte er.

Die Frage nach einem Social-Media-Verbot für Minderjährige geht oft mit jener nach einem Handyverbot an Schulen einher. Ein Handyverbot hält der Verbandspräsident für «Politmarketing von Bildungsdirektoren». Vielmehr dränge sich die Frage nach einem Jugendschutz beim Umgang mit Smartphones auf. Er verglich ihr Suchtpotenzial mit dem von Alkohol und Tabak. «Ganz besonders in Bezug auf soziale Medien», sagte Minder.

Bevölkerung spricht sich für eine Altersgrenze aus

Seine Haltung dürfte auf Anklang stossen. Eine im Mai veröffentlichte Studie zeigte, dass die Schweizer Bevölkerung einem Verbot von sozialen Medien für unter 16-Jährige mehrheitlich positiv gegenüber steht: 80 Prozent der Befragten befürworteten die oft diskutierte Idee in einer Umfrage des Forschungsinstituts Sotomo. Fast gleich hoch fiel demnach die Zustimmung für ein Handyverbot an Schulen aus.

In der nationalen und internationalen Politik ist das Thema ebenfalls präsent. Der Ständerat lässt untersuchen, ob ein Verbot des Zugangs zu Plattformen wie Tiktok und Instagram für unter 16-Jährige für den Jugendschutz etwas bewirken kann. Er hiess im März oppositionslos zwei entsprechende Postulate gut, mit denen der Bundesrat einverstanden war. Untersuchen soll die Landesregierung unter anderem, was ein Verbot von Smartphones an Schulen für den Jugendschutz bewirken könnte.

Australien gilt bei der Beschränkung von sozialen Medien für Minderjährige als Vorreiter. Jugendliche dürfen dort künftig erst ab 16 Jahren Plattformen wie X, Tiktok, Facebook und Instagram nutzen. Ähnliche Bestrebungen gibt es in der Europäischen Union (EU). EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen sprach sich kürzlich für eine Altersgrenze aus - auch sie verglich soziale Medien mit Tabak und Alkohol.

Gesellschaft Politik soziale Netzwerke
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