Anzeige
Anzeige
Anzeige
Lesedauer 3 Min.

Mobilfunk: KI übernimmt im Netzbetrieb

Künftig sollen Mobilfunknetze Störungen selbst erkennen und automatisch reagieren. Telekom, O2 Telefónica und andere Betreiber setzen verstärkt auf KI, um ihre Netze effizienter und stabiler zu steuern.

Netzbetreiber setzen zunehmend auf KI, um Mobilfunknetze effizienter zu steuern und Reaktionszeiten zu verkürzen.

© Deutsche Telekom

Der Betrieb von Mobilfunknetzen wird technisch und organisatorisch immer komplexer. Mit dem Ausbau von 5G, steigenden Datenmengen und einer wachsenden Zahl vernetzter Anwendungen steigen die Anforderungen an Planung, Überwachung und Steuerung. Gleichzeitig erwarten Kundinnen und Kunden eine stabile Verbindung, etwa auch bei Grossveranstaltungen oder in stark ausgelasteten Innenstädten.

Netzbetreiber reagieren darauf mit einer stärkeren Automatisierung ihrer Betriebsprozesse. Künstliche Intelligenz soll grosse Mengen an Netzdaten in Echtzeit analysieren, Auffälligkeiten frühzeitig erkennen und Gegenmassnahmen einleiten, bevor es zu spürbaren Einschränkungen kommt. Das klassische Modell, bei dem Alarme gemeldet und anschliessend manuell bewertet werden, wird schrittweise ergänzt oder ersetzt.

Telekom weitet KI-System auf gesamtes Netz aus

Die Deutsche Telekom stellt auf dem diesjährigen Mobile World Congress in Barcelona das System „MINDR“ vor. Es baut auf dem bereits eingesetzten „RAN Guardian“ auf, der im deutschen Netz bei Grossveranstaltungen und Lastspitzen aktiv ist. Nach Angaben des Unternehmens wurde die Bearbeitungszeit bei bestimmten Ereignissen von mehreren Stunden auf rund eine Minute reduziert.

MINDR soll diese Logik nun nicht mehr nur im Funkzugangsnetz anwenden, sondern auch in Transport- und Kernnetzen. Ziel ist ein stärker automatisierter Betrieb, bei dem Probleme frühzeitig erkannt und definierte Massnahmen selbstständig angestossen werden.

O2 Telefónica verfolgt schrittweisen Automatisierungsansatz

Auch die Telefónica Deutschland arbeitet an einer höheren Automatisierung. Im Rahmen ihres Programms „Autonomous Network Journey“ setzt das Unternehmen auf eine systematische Erhöhung des Autonomiegrades. Dabei orientiert sich der Konzern an internationalen Reifegradmodellen, die beschreiben, wie weitgehend Netzprozesse ohne menschliches Eingreifen ablaufen können.

Nach eigenen Angaben wurden zuletzt mehrere Prozesse umgesetzt, die weitgehend selbstständig arbeiten und sich an veränderte Netzbedingungen anpassen. Ziel ist es, den Automatisierungsgrad in den kommenden Jahren weiter zu steigern.

Ähnliche Entwicklungen sind auch bei anderen europäischen Betreibern zu beobachten. KI wird eingesetzt, um Verkehrsströme vorherzusagen, Energieverbrauch zu optimieren oder Wartungsbedarfe frühzeitig zu erkennen. Der Druck zur Effizienzsteigerung ist hoch, da Netze dichter werden und gleichzeitig wirtschaftlich betrieben werden müssen.

Vollständig autonome Netze existieren derzeit jedoch nicht. In der Praxis handelt es sich um hybride Modelle, bei denen KI-Systeme Analysen durchführen und klar definierte Parameter anpassen, während kritische Eingriffe weiterhin überwacht werden. Die Vision eines „selbstheilenden Netzes“ bleibt ein Zielbild, dem sich die Branche schrittweise annähert.

Anzeige

Neueste Beiträge

Anpassung der Energieetikette für Neuwagen ab 1. Januar 2027
Das Eidgenössische Departement für Umwelt, Verkehr, Energie und Kommunikation (UVEK) hat die Grundlagendaten der Energieetikette für Personenwagen aktualisiert.
3 Minuten
Mittelklasse: Nothing zeigt das Phone (4b)
Beim neuen Phone (4b) setzt Nothing auf ein attraktives Preis-Leistungsverhältnis. Das Design der Rückseite ist weniger extravagant als bei anderen Modellen des Herstellers, hat aber zumindest wieder ein ungewöhnliches Element.
2 Minuten
9. Jul 2026
ICT-Fachmesse CONNECT von Brack.Alltron erscheint in neuem Gewand
Unter dem Motto «Unboxing Tomorrow» möchte die Handelsgruppe Brack.Alltron die ICT-Themen von morgen präsentieren. 
3 Minuten
10. Jul 2026

Das könnte Sie auch interessieren

Wie hältst du es mit den Daten? - KI in der Praxis
Das ist die Gretchenfrage der KI. Qualität, Integration und Souveränität entscheiden darüber, ob Use Cases funktionieren – oder scheitern. 
6 Minuten
Die Schweiz im KI-Dilemma - Künstliche Intelligenz im Fokus
Schweizer Unternehmen erkennen das Potenzial von KI. Doch zwischen ersten Erfolgen und echter Skalierung klafft immer noch eine Lücke.
8 Minuten
KI als Motor einer nachhaltigeren Landwirtschaft - Interview Feroz Sheikh, Syngenta Group
SAP und Syngenta wollen mit künstlicher Intelligenz die Landwirtschaft produktiver und nachhaltiger machen. Im Gespräch erklärt Feroz Sheikh, Group Chief Information and Digital Officer der Syngenta Group, weshalb KI weit mehr ist als ein neuer Technologietrend – und warum der eigentliche Wandel bei den Menschen beginnt.
7 Minuten
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige