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Swisscom-Gewinn mit Knick wegen Riesenübernahme in Italien

Die Swisscom hat im ersten Halbjahr wegen der Riesenübernahme von Vodafone Italia einen Gewinnknick erlitten. Schuld sind die Kosten für die Integration des italienischen Mobilfunkanbieters. Die Profite aus der Akquisition werden erst im nächsten Jahr bedeutend.
© (Quelle: Swisscom)

Von Januar bis Ende Juni fiel der Betriebsgewinn vor Abschreibungen und Amortisationen nach Abzug der Leasingkosten (EBITDAaL) auf 2,47 Milliarden Franken, wie die Swisscom am Donnerstag in einem Communiqué mitteilte. Das ist ein Minus von 5,5 Prozent im Vergleich zu den Pro-Forma-Zahlen, wenn Vodafone Italia schon im Vorjahr zur Swisscom gehört hätte.

Unter dem Strich tauchte der Reingewinn gar um ein Viertel auf 625 Millionen Franken. Der Umsatz sank auf vergleichbarer Basis um 2,3 Prozent auf 7,45 Milliarden Franken.

Kosten grösser als Synergien

Die Integration der 8-Milliarden-Euro schweren Übernahme kostete im ersten Halbjahr 40 Millionen Euro. Auf der anderen Seite konnte die Swisscom erst 14 Millionen Euro an Synergien herausholen.

Und während die grossen Brocken der Integrationskosten relativ schnell auf den Schweizer Konzern zukommen, dauert es deutlich länger, bis die Synergien in grossem Umfang wirksam werden. So dürften die Aufwendungen für die Eingliederung von Vodafone Italia im zweiten Halbjahr nochmals rund 160 Millionen Euro verschlingen. Bis 2027 rechnet die Swisscom mit Gesamtintegrationskosten von rund 700 Millionen Euro.

Derweil kommt der erste grosse Synergieschub erst, wenn die Umstellung der Mobilfunkkunden von der Mailänder Swisscom-Tochter Fastweb auf das Mobilfunknetz von Vodafone Italia vollzogen ist. Die Migration soll bis Ende Jahr abgeschlossen werden.

Dann profitiere man von rund 200 Millionen Euro Synergien ab 2026. Das seien rund ein Drittel der gesamten Synergien, welche die Übernahme im Jahr 2029 einbringen soll, sagte Swisscom-Chef Christoph Aeschlimann im Gespräch mit der Nachrichtenagentur AWP.

Zudem ist das zugekaufte Vodafone-Business weniger profitabel als das bisherige Geschäft der Mailänder Breitbandtochter Fastweb. Darüber hinaus hat der Euro gegenüber dem Franken an Wert verloren, womit das Geschäft in Italien in den Büchern der Swisscom weniger einbringt. Ohne Währungseffekte wäre der EBITDAaL lediglich um 3,1 Prozent geschrumpft.

Einsparungen in der Schweiz

In der Schweiz entwickelte sich das Geschäft wie erwartet mit einem Umsatzrückgang von 1,9 Prozent. Dabei schrumpfte der Umsatz mit Telekomdiensten weiterhin, während der Umsatz mit IT-Diensten für Schweizer Geschäftskunden wuchs. Immerhin konnte die Swisscom die Hälfte des Umsatzrückgangs mit Telekomdiensten durch Einsparungen auffangen.

Mit den Zahlen hat die Swisscom die Erwartungen der Finanzgemeinde nur teilweise erfüllt. Analysten hatten mit mehr Umsatz und viel mehr Reingewinn gerechnet.

Festhalten an Zielen

An den Zielen für das Gesamtjahr hielt die Swisscom fest: Der Konzern peilt mit Vodafone Italia einen Umsatz von 15,0 bis 15,2 Milliarden Franken an.

Dabei dürfte die Swisscom allerdings nur den unteren Rand der Umsatzspanne erreichen, oder sogar darunter rutschen, sagte Finanzchef Eugen Stermetz vor Analysten. Die Verkäufe von Hardware seien rückläufig. Weil diese aber kaum Gewinne bringen, bleibe das Jahresziel für den operativen Gewinn mit rund 5,0 Milliarden Franken unverändert.

Wenn diese Ziele erreicht werden, will das Unternehmen eine Dividende von 26 Franken pro Aktie bezahlen. Das wäre die erste Dividendenerhöhung des Schweizer Branchenführers seit 2010. Davon fliesst gut die Hälfte in die Bundeskasse.

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