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Immer mehr Schweizer Forschungsgeld fliesst ins Ausland

Im Jahr 2023 haben Privatunternehmen in der Schweiz 18 Milliarden Franken für eigene Forschung und Entwicklung ausgegeben. Das sind 1,2 Mrd. mehr als gemäss Erhebung von 2021 und pro Jahr 3,5 % mehr als 2021. Immer mehr von diesem Forschungsgeld fliesst ins Ausland.
© (Quelle: BFS)

Wie das Bundesamt für Statistik (BfS) am Dienstag in Bern vor den Medien bekanntgab, kauften Schweizer Firmen 2023 für 7,9 Milliarden Franken Forschungsleistungen im Ausland ein. Das sind 1,6 Milliarden mehr als zwei Jahre zuvor.

Das BfS wertet diese Abwanderung von Schweizer Forschungsgeld aber «nicht unbedingt» als Verlust der Wettbewerbsfähigkeit der Schweiz, wie es in einer Mitteilung schreibt. Alle zwei Jahre erhebt es zusammen mit dem Wirtschaftsdachverband Economiesuisse die Ausgaben von Schweizer Firmen für Forschung und Entwicklung.

Denn die Erhebung zeige auch, dass sich die von ausländischen Firmen für Forschung in der Schweiz ausgegebenen Gelder von 2021 bis 2023 von einer auf zwei Milliarden Franken verdoppelt hätten, sagt das BfS.

Firmen wählten für ihre Forschungs- und Entwicklungsarbeit zunehmend denjenigen Standort aus, welcher für sie am geeignetsten sei: Das sagte Rudolf Minsch, Chefökonom des Wirtschaftsdachverbands Economiesuisse, der an der Medienkonferenz anwesend war. Auch die Forschung werde zunehmend globalisiert.

Pharmaindustrie bleibt auf Platz 1

Am meisten Geld für Forschung und Entwicklung gab 2023 - wie schon 2021 - die Schweizer Pharmaindustrie aus. Sie investierte mit 5,5 Milliarden Franken 31 Prozent der im Jahr 2023 getätigten Ausgaben von Schweizer Unternehmen. Mit einem Rückgang der Aufwendungen um durchschnittlich sechs Prozent pro Jahr hat sich ihr Vorsprung zu anderen Branchen im Vergleich zu 2021 aber verringert.

Die neuste Erhebung zeigt laut BfS auch, dass die mittelgrossen Unternehmen mit 50 bis 99 Beschäftigten ihre Forschungs- und Entwicklungstätigkeit im Vergleich zu 2021 verdoppelten. Jene der grossen Unternehmen stagnierten. Gerade sie investierten für Forschung eher im Ausland, sagte Minsch.

Am meisten Geld steckten die Schweizer Unternehmungen in Forschung im Bereich Gesundheit. Dafür investierten sie 8,5 Milliarden Franken, was 47 Prozent aller Aufwendungen entspricht. Zugenommen haben die Forschungsgelder unter anderem in den Bereichen Hochtechnologieinstrumente und Maschinenindustrie.

Minsch: «Das Glas ist halb voll»

Es sei erfreulich, dass sich die Maschinenindustrie zurückmelde, sagte Rudolf Minsch in einer Bilanz am Schluss der Medienkonferenz. Er wies auch darauf hin, dass die Schweiz Rang 1 im globalen Index der innovativsten Länder belege.

Der Forschungsstandort Schweiz lebe. Das zeige auch der Umstand, dass die Forschungsausgaben zunähmen und die Zahl der in Forschung investierenden Firmen steige. Dies seit 2021 um durchschnittlich vier Prozent pro Jahr, so das BfS.

Das Glas sei zwar nicht halb leer, sondern halb voll - doch «nur halb voll», wie Minsch weiter sagte. Im Vergleich beispielsweise mit den USA und Japan wende die Schweizer Privatwirtschaft gemessen am Bruttoinlandprodukt (BIP) für Forschung und Entwicklung weniger Geld auf, so Minsch.

Zentral für einen guten Forschungsstandort seien gute Rahmenbedingungen, und diesbezüglich gebe es in der Schweiz «einige negative Punkte». Als Beispiele erwähnte Minsch die noch zu regelnden Beziehungen zur Europäischen Union, Datenschutzprobleme bei der klinischen Forschung sowie Regulierungsversuche wie die im November eingereichte Tierversuchsverbotsinitiative.

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