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Lesedauer 3 Min.

«IT-Verantwortliche brauchen 2026 einen klaren Plan»

Beat Müller, Director Systems Engineering, Switzerland & Austria, Nutanix, wagt den Blick auf die kommenden Monate und schätzt IT-Trends für 2026 ein. Dabei betont er die Wichtigkeit hybrider Multicloud-Modelle und das Bedürfnis nach Datensouveränität.

Beat Müller, Director Systems Engineering, Switzerland & Austria, Nutanix

© (Quelle: zVg)

«Das Jahr 2026 bringt für IT Verantwortliche eine Reihe tiefgreifender Veränderungen und Herausforderungen, die sich gegenseitig verstärken. Unternehmen müssen gleichzeitig ihre digitale Souveränität sichern, moderne Anwendungen Cloud nativ betreiben, künstliche Intelligenz fit für den unternehmensweiten Einsatz machen, also die KI-Industrialisierung vorantreiben, und eine zunehmend verteilte IT-Landschaft beherrschen», fasst Beat Müller, Director Systems Engineering beim Cloud-Software-Anbieter Nutanix, die aktuelle Lage zusammen. 

Aus dieser Gemengelage ergibt sich für ihn eine klare Abfolge für die strategische Planung: Am Anfang stünden souveräne Infrastrukturen. Darauf bauten cloud-native Plattformen auf, die erst die Grundlage für eine skalierbare Nutzung von KI schafften. In einem letzten Schritt müssten diese Elemente zu zentral steuerbaren hybriden Multicloud-Umgebungen zusammengeführt werden.

Wachsender Bedarf an souveränen Cloud-Infrastrukturen

Zudem stellt auch Beat Müller fest, dass der Bedarf an souveränen und privaten Cloud-Infrastrukturen 2026 weltweit deutlich zunimmt. Geopolitische Spannungen, strengere Datenschutzvorgaben und der Wunsch nach digitaler Unabhängigkeit führten dazu, dass Staaten und Unternehmen vermehrt komplette Cloud-Stacks suchten, die sich unabhängig von Hyperscalern ausserhalb des eigenen Rechtsraums betreiben lassen. Neben dem eigenen Rechenzentrum spielten dabei lokale Service Provider eine immer wichtigere Rolle, um sensible Daten im Land zu halten und regulatorische Risiken zu reduzieren – ein Ansatz, der insbesondere in der Schweiz stark an Bedeutung gewonnen habe.

«Lokale Service Provider spielen eine immer wichtigere Rolle, um sensible Daten im Land zu halten.«

Beat Müller, Nutanix

Auf dieser Basis etabliere sich Cloud Native als dominierendes Betriebsmodell moderner IT. Container, Microservices und Kubernetes gewännen weiter an Gewicht, weil Anwendungen über Rechenzentren, Edge-Standorte und Clouds hinweg skalierbar und portabel sein müssten. Cloud-native Architekturen würden so zum verbindenden Fundament für Automatisierung, Geschwindigkeit und Skalierbarkeit – und zur technischen Voraussetzung für den nächsten Entwicklungsschritt.

Künstliche Intelligenz wird industrialisiert

Dieser nächste Schritt sei die Industrialisierung der Künstlichen Intelligenz. Laut Müller gingen Unternehmen zunehmend über Pilotprojekte hinaus und bauten skalierbare «AI Factories», in denen Daten, Rechenleistung, Modelle, Sicherheit und Governance in integrierten Plattformen zusammengeführt würden. Effizient skalierbar sei KI jedoch nur dann, wenn sie auf cloud-nativen Plattformen laufe und auf souveränen Infrastrukturen aufsetze, sobald sensible oder regulierte Daten im Spiel seien.

Am Ende münde all dies zwangsläufig in hybriden Multicloud-Architekturen. Daten und Anwendungen verteilten sich über Edge, eigene Rechenzentren, nationale Cloud-Anbieter und Hyperscaler. Hybrid Multicloud werde damit zur betrieblichen Realität – und zur Voraussetzung, um digitale Souveränität, cloud-native Technologien und skalierbare KI langfristig miteinander zu verbinden.

Anmerkung: Der Beitrag widerspiegelt die persönliche Auffassung von Beat Müller und entspricht nicht zwangsläufig der Meinung der Redaktion.

Cloud & Infrastruktur Digitalisierung
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