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Digitalbranche entwickelt sich besser als die Gesamtwirtschaft

Der deutsche ITK-Markt soll 2026 bei Umsatz und Beschäftigung weiter wachsen. Sorgen bereitet allerdings die Entwicklung im Segment der TK-Hardware und TK-Dienste.
© (Quelle: ChatGPT)

Auch in wirtschaftlich schwierigen Zeiten erweist sich Digitalbranche laut der jetzt vorgestellten Prognose des Branchenverbandes Bitkom als Wachstumstreiber: So sollen die Umsätze dieses Jahr um 4,4 Prozent auf 245,1 Milliarden Euro steigen, im Vorjahr lag das Wachstum nur bei 3,9 Prozent. Gleichzeitig legt auch die Beschäftigung in der Branche auf bereits hohem Niveau leicht zu: Die Zahl der Erwerbstätigen im ITK-Sektor soll im Jahr 2026 um rund 11.000 auf 1,36 Millionen steigen. 

Getragen wird der Zuwachs vor allem von der IT mit einem Umsatzplus von 5,8 Prozent und in diesem Segment besonders der Software mit plus 10,2 Prozent. Hier sind vor allem öffentliche Clouds, Cloud-Dienstleistungen und mit einem starken Wachstum um 61 Prozent KI-Plattformen gefragt. Moderater fällt das Wachstum dagegen bei der IT-Hardware mit 3,9 Prozent aus, bei der das Segment Infrastructure-as-a-Service mit 21 Prozent Zuwachs herausragt. Leicht rückläufig sind dagegen die Bereiche Consumer Electronics und Tablets.

Nur moderat wächst dagegen der deutsche TK-Markt mit 1,2 Prozent. Die Umsätze mit Telekommunikationsdiensten und Endgeräten wie Smartphones sind dabei sogar leicht rückläufig. Der Bereich Infrastruktur legt dagegen vor allem dank des 5G-Ausbaus um 4,6 Prozent zu.

Stabile Investitionen

Auch die Investitionen der ITK-Unternehmen in ihre eigene Ausstattung bleiben 2026 auf einem hohen Niveau. 22 Prozent der Unternehmen planen höhere Investitionen als im Vorjahr, 58 Prozent wollen ihre Ausgaben konstant halten. Damit sichert eine klare Mehrheit ihr Investitionsniveau des Vorjahrs. Die Mittel fliessen vor allem in Software sowie in Forschung und Entwicklung, daneben auch in Ausrüstung und Gebäude.

Trotz insgesamt positiver Umsatzentwicklung zeigt sich die Geschäftslage der einzelnen Unternehmen sehr uneinheitlich – das macht der Bitkom-ifo-Digitalindex deutlich, der sich aus der aktuellen Geschäftslage und den Geschäftserwartungen der Unternehmen berechnet. Zum Jahresende 2025 lag der Index mit minus 4,0 Punkten weiterhin unter der Nulllinie. Während die Unternehmen ihre aktuelle Geschäftslage noch leicht positiv bewerten (plus 1,7 Punkte), fallen die Geschäftserwartungen mit minus 9,4 Punkten deutlich verhaltener aus. Viele Unternehmen stehen damit weiter unter erheblichem Druck. Gleichzeitig zeigt sich die Branche widerstandsfähiger als die Gesamtwirtschaft: Der Digitalindex liegt weiterhin klar über dem ifo Geschäftsklimaindex für Deutschland, der zuletzt bei minus 8,5 Punkten notierte.

„In Zeiten anhaltender Konjunkturschwäche, hoher Kosten und geopolitischer Spannungen zeigt sich die Digitalwirtschaft widerstandsfähig. Das aktuelle Wachstum in Markt und Beschäftigung liesse sich verdoppeln, würden die Rahmenbedingungen stimmen. 2026 muss zum Jahr des Durchbruchs in der Digitalpolitik werden“, sagt Bitkom-Präsident Ralf Wintergerst. „Wir müssen weg von Überregulierung und Bürokratie, hin zu schnellen Genehmigungen, praxistauglichen Regeln und einer echten digitalen Verwaltung, die den Bürgerinnen und Bürgern sowie den Unternehmen dient, statt ihnen Nerven und Ressourcen zu rauben. Wer Digitalisierung will, muss sie möglich machen – bei Netzen und Rechenzentren ebenso wie bei Plattformen, Künstlicher Intelligenz oder in der Datenwirtschaft.“

Digitalisierung
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